Beteiligungssoftware muss Open Source sein - ein Plädoyer für demokratische Software
Open Source (OS) bedeutet soviel wie „offene Quelle“. Was zunächst fremd klingen mag, ist eigentlich ganz einfach: Durch eine Open-Source Lizenz kann der Quellcode von Software kostenlos eingesehen, genutzt und verändert werden. OS Software bietet zwei wesentliche Vorteile gegenüber sogenannter Closed Source Software oder proprietärer Software: Unabhängigkeit und Synergien durch Kollaboration. Insbesondere für Beteiligungsplattformen, die Bürger*innen Mitspracherechte an gesellschaftspolitischen Themen einräumen, sollte OS Software unserer Meinung nach ein Standard sein.
UNABHÄNGIG SOFTWARE ENTWICKELN
Der
erste Vorteil von OS Software ist die Unabhängigkeit von den Anbietern,
die die Software entwickeln. Dadurch das der Quellcode der Software
öffentlich und damit theoretisch für jeden zugänglich ist, kann eine
andere Organisation die OS Software verwenden und unabhängig
weiterentwickeln. Schließlich sollte es für eine Staats- oder
Landesregierung möglich sein, einen Anbieter wechseln zu können, ohne zu
viele öffentliche Gelder dafür aufzuwenden. OS Software ist hier wie
ein Schloss zu betrachten, an dem kontinuierlich weitergebaut wird,
anstatt es gleich abzureißen. Die Kosten für einen aufwendigen
Anbieterwechsel könnten gespart und stattdessen in die Weiterentwicklung
von OS Software investiert werden. Das ist nicht nur
ressourcensparender, sondern auch demokratischer. OS erlaubt, dass
nachhaltig an Software gebaut wird. So ist es zum Beispiel in Barcelona.
Die Stadtpolitik setzt dort hauptsächlich auf Freie und OS Software,
satte 70% des städtischen Budgets für neue Entwicklungen
fließen in Freie und OS Software. Und die Digital Innovation Officer in
Barcelona, Fransesca Bria, hat schon ganz richtig erkannt: „Wir müssen die digitale Revolution mit einer demokratischen Revolution verbinden“. Dabei bezieht sie sich auf die OS Beteiligungsplattform decidim,
die die Bedürfnisse der Bürger*innen Barcelonas in den Mittelpunkt
stellt. OS Software ist damit eine Sicherheit für die Bürger*innen für
mehr Demokratie und mehr Unabhängigkeit. Aufgepasst: in Berlin gibt es
die von uns OS betriebene Beteiligungsplattform meinBerlin, um Bürger*innen an der Stadtpolitik zu beteiligen.
SYNERGIEFFEKTE DURCH KOLLABORATION
Außerdem
erlaubt OS Software Kollaboration und generiert somit Synergieeffekte.
Der Code von OS Software kann eingesehen, davon gelernt und
weiterverwendet werden. Folglich wird das Lernen durch Open Source
Lizenzen vereinfacht. Im Gegensatz dazu verhindern meist proprietäre
Lizenzen bei Closed Source Software eine Kollaboration, wie sie bei OS
Software stattfindet. Dort können Interessierte und Entwickler*innen
oder auch kleine lokale Unternehmen an der OS Software arbeiten. Das
verbessert sie nicht nur, sondern macht sie auch sicherer. Ein Beispiel
hierfür stellt Linux
dar. Die Software dominiert nicht nur im Webserver Bereich, sondern auch
im Markt für Smartphones. Aufgrund der Copyleft-Lizenz sind
Kollaborateur*innen dazu verpflichtet, ihre Änderungen an ihr zu
veröffentlichen. So verbessern sie ganz unterschiedliche Akteur*innen
wie Einzelpersonen und Unternehmen und der Entwicklungsprozess von Linux
bleibt offen. Dadurch entstehen enorme Synergieeffekte. Open Source ist
ein Zeichen für die moderne und zukünftige Demokratie. Ben Balter, der
für den Online-Dienst GitHub arbeitet, sieht das genauso:
Deshalb ist auch unsere Software Adhocracy
Open Source und steht unter AGPL-Lizenz als freie Software mit Copyleft
zur Verfügung. Du willst eine Beteiligungsplattform aufsetzen und
kennst einen Menschen oder hast selbst Programmierkenntnisse in Python?
Dann findest du alle weiteren Informationen zum Aufsetzen hier. Einen Überblick über die Funktionen von Adhocracy erhältst du hier.
Falls du weitere Fragen dazu hast, kannst du dich gerne an Luca wenden.